Was ist Qigong?



Was ist Qigong?

 

Um Qigong verstehen zu können, muß man kurz einen Ausflug in die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) machen, die als Ganzheits- und Präventivmedizin zu betrachten ist. Ein Leitsatz der TCM lautet:

 

„Jeder ist für sich und sein Wohlergehen selbst verantwortlich.“

 

In der TCM dreht sich fast alles um Energie im Menschen. Fließt diese Energie, ist der Mensch gesund. Krankheit wird als Ungleichgewicht der vielseitigen Wechselbeziehungen im menschlichen Körper auf der Energieebene angesehen , d.h. wenn das Qi (=Energie, Lebensenergie) nicht mehr ungehindert und nicht genügend energiereich fließen kann, hat dies Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Das Qi fließt in den Meridianen, auf denen die Akupunkturpunkte (über 360) liegen.

 

Die TCM gliedert sich in verschiedene Teil-/Therapiebereiche (die 5 Säulen), die in Kombination miteinander angewandt werden.

 

Die sog. 5 Säulen der TCM sind:

1. Akupunktur mit Akupressur (Nadel-, Elektro-, Laser-, Farb-.....)
2. Massagen wie Tuina, Meridian-Massagen, Fußreflexzonenmassagen
3. Ernährungslehre: „Lebensmittel wirken wie Medizin“
4. Kräuterheilkunde mit Tees, Pulver, Tabletten
5. Bewegungstherapie wie Qigong und Taji (=Abkömmling des Qigong)

 

Qigong ist sehr alt, über 2500 J., was ein Seidenbild von 168 vor Chr. gefunden in einem Grab belegt. Früher wurde es nur im geheimen weitergegeben. Die Chinesen bezeichen es als „Geschenk des Himmels“.
Ziel des Qigongs ist die Kultivierung des wahren Qis und das Einswerden mit der Umwelt.
Es existieren sehr viele verschiedene Ausführungen, je nach Schule, aber immer mit dem gleichen Ziel, die Energie fließen zu lassen. Zur Zeit versucht die Chinesische Gesellschaft für Gesundheit und Qigong die verschiedenen Formen wieder zu vereinheitlichen, d.h. auf den Ursprung zu besinnen.

 

 


Was bedeuten die Worte Qi und Gong?

 

Gong steht für stete Arbeit, Bemühung, Pflege.
Qi(sprich Tschi) ist die Lebensenergie. Sie steuert, reguliert und ermöglicht alle Lebensvorgänge im Körper (z.B. Körpertemperatur, Stoffwechsel, Leistungs-fähigkeit). Das Qi fließt in den Meridianen und ist gespeichert in Energiezentren, genannt Dantians.
Die Meridiane kann man sich als Energieflüsse vorstellen, die den ganzen Körper durchziehen. Es gibt 12 Meridianpaare und 2 übergeordnete Meridiane. Sie haben alle ihre eigene Fließrichtung. Auf den Meridianen liegen die Akupunktur-punkte.
Über die Akupunkturpunkte kann das Qi beeinflusst und zum Fließen gebracht werden.
Blockaden im Qi-Fluß oder ungenügender bzw. übermäßiger Qi-Fluß kann Schmerzen, Verspannungen, Minderversorgungen von Organen u.v.m. verursachen.

  

Qi ruht in den Dantiens (Energiezentren), von denen es 3 gibt.
Dazu kommen noch Energietore, die den Menschen mit seiner Umwelt verbinden:
• Sprudelnde Quelle (Tor zur Erdenergie)
• Mingmen - Tor des Lebens
• Laogong - Beschützer des Herzens – Tor zu den Mitmenschen, zur Natur
• Baihui - Verbindung zum Himmel

 

Qi ist aber auch in unserer Umwelt, in der Nahrung, die wir aufnehmen, in der Atemenergie, Wasser ist ein Energieträger, Emotionen, die auf uns einstrahlen (Energieräuber)pos. o. neg.

 

Meridiane und Akupunkturpunkte werden im Qi Gong einzeln oder insgesamt angesprochen und die Energiezentren werden aufgefüllt.
Je nach Jahreszeit wird die Gesundheit durch bestimmte Übungen gestärkt, denn zu jeder Jahreszeit gehören die entsprechenden Meridiane.

 

Beispiel:
• Im Herbst kann man die Meridiane Lunge und Dickdarm durch spezielle Übungen aktivieren, stärkt so sein Immunsystem und kann gesund durch den Winter kommen.
• Im Frühjahr werden die Meridiane Leber und Galle aktiviert, wodurch eine wirkungsvolle Entgiftung und Ausscheidung von Schlacken aus den Wintermonaten in Gang gebracht werden kann.

 

 

Das Qigong

 

Das Jahrtausende alte Qi Gong besteht aus fließenden Bewegungen, begleitet von Atemübungen, Selbstmassagen, Einwirkung auf Akupunkturpunkte durch Ausstreichungen, Klopfen und Drücken und Meditation.

Diese Bausteine bringen das Qi zum Fließen und vermehren es.

Qi Gong ist ein viel genutztes Werkzeug in der TCM zur Prävention und Therapie von Krankheiten. In chinesischen Krebskliniken wird es mit großem Erfolg eingesetzt.
In unserer westlichen Welt wird Qi Gong meist als immer beliebter werdende Sportart betrieben, obwohl sehr viel mehr dahinter steckt. Die Vorzüge des Qi Gongs sind mannigfaltig. Im Vergleich mit anderen Sportarten ist es eine schonende Übungsweise, die den Körper schonend und nicht im Hauruck-Verfahren aufbaut.

 

Die Wirkungen von Qi Gong kann man folgendermaßen beschreiben:

 

• Der ganze Mensch, die Gelenke werden wieder beweglicher und geschmeidiger und bleiben es bei regelmäßigem Üben auch. Deshalb ist Qi Gong auch für ältere Menschen in unserer bewegungsarmen Umwelt sehr gut geeignet. Im China wird in Parks und an vielen anderen Orten Qi Gong in allen Altersstufen geübt.
Unter den Übenden sind sehr viele ältere und sogar sehr alte Menschen mit einer ungeheuren Beweglichkeit, Körperkoordination und Ausdauer zu finden.
Durch die fließenden Bewegungen im Qi Gong werden Muskeln und Gelenke wieder gelöst. Einen Ausgleich zu den ungesunden Bewegungsmustern schaffen die Wechsel zwischen öffnenden und schließenden, ausdehnenden und zusammenziehenden, hebenden und senkenden Bewegungen.

• Das Qi wird aufgefüllt und in Fluss gebracht, Blockaden werden gelöst, wodurch sich verschiedene körperliche Beschwerden verbessern oder oft sogar ganz verschwinden. Energiedefizite werden ausgeglichen.
• Nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch auf geistig-seelischer Ebene wirkt Qi Gong durch Vorstellungen und Bildern aus der Natur und durch die Meditation.

• Die Konzentration auf die Übungen und auf sich selbst wird geschult. Der Mensch findet zu seiner Mitte und zur Ruhe. Die Konzentration im Alltag wird erhöht.

• Eine neue Körperwahrnehmung, ein neues Körperbewusstsein entsteht. Der Alltagsstress wird ausgeschaltet.

• Ausdauer wird auf körperlich-geistig-seelischer Ebene aufgebaut. Man kann wieder mit mehr Energie und Gelassenheit den Alltagsstress bewältigen. Dies kann man sehr schön mit dem Begriff des „längeren Atems im Leben“, mit Nervenkraft beschreiben. Geistige wie körperliche Verspannungen und Blockaden werden gelöst.

• Regelmäßige Übungen machen belastbarer und ausgeglichener. Im Arbeitsalltag überträgt sich dies auch auf die Mitmenschen. Und es bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, in einer Arbeitspause durch kurze Übungen oder Atemtechniken der Hektik zu entfliehen und einen Moment zur Ruhe zu kommen und Energie zu schöpfen.

• Schlagworte sind also: Innehalten – Abschalten - eigene Mitte finden – auftanken. Der Stress und die Gedanken, die auch nach Ende des Arbeitstages noch anhalten, werden im Qi Gong durch das bewusste Loslassen und die Zentrierung aller Gedanken auf einen Gedanken aufgehoben.

• Qi Gong bewirkt eine Entspannung des gesamten Menschen.

• Durch Anregung des Abwehr-Qi wird das Immunsystem gestärkt

• Qi Gong beinhaltet Haltungsschule und Muskelaufbau. Die Wirbelsäule wird aufgerichtet, das entspannte Stehen wird erlernt. Der Gleichgewichtssinn wird aktiviert. Nach Dehnung und Lockerung verspannter Gelenke und Muskeln festigen die langsam fließenden Bewegungen entgegen landläufiger Meinung die Gelenke und Muskeln. Das Gewebe strafft sich. Weshalb Qi Gong auch in der Sturzprophylaxe bei älteren Menschen gerne angewandt wird. Beide Gehirnhälften werden wieder zur Zusammenarbeit gebracht.

• Die Qi Gong Übungen werden von bestimmten Atemtechniken begleitet. Z.B. werden durch die vertiefte Zwerchfellatmung die inneren Organe massiert (Verbesserung der Durchblutung). Die Lunge füllt sich ganz, der Mensch richtet sich auf. Atemenergie wird aufgenommen. Vertiefte Ein- und Ausatmung fördert Ruhe, Entspannung und Gelassenheit und es kommt wie schon angeführt zum „längeren Atem im Leben“. Die bewusste Ein- und Ausatmung und der aufrechte Stand weiten den Brustkorb, verbessern dadurch die Atmung (verbesserter Austausch von O2 und CO2), die Aufnahme der Atemenergie und die Belüftung der kompletten Lunge.

• Der Stoffwechsel und die Durchblutung, der Blutkreislauf werd angeregt und gestärkt.

• Das Gewebe strafft sich.

• Die Selbstheilungskräfte werden gestärkt.

• Motivation und Leistungsfähigkeit verbessern sich. Harmonie und Zufriedenheit stellen sich ein.

• Der Alterungsprozess wird verlangsamt.


Diese Aufzählung könnte noch weiter ergänzt werden, aber ich finde, jeder sollte Qi Gong einfach einmal selbst für sich ausprobieren, entweder als Ergänzung zu den anderen meist auf Leistung getrimmten Sportarten oder als bewusste Einzelsportart für die „Weniger-Sportlichen“.

 

 

Die Vorzüge des Qi Gongs werden sehr schön in folgendem chinesischen Sprichwort zusammengefasst:

 

„ Wer regelmäßig Qi Gong praktiziert,
erhält den Geistesfrieden eines Weisen,
die gesundheitliche Robustheit eines Holzfällers
und die Gelenkigkeit eines Babys.“


Man pflegt sozusagen mit Qi Gong-Übungen seine Lebensenergie und bringt sie zum Fließen und kann sie vermehren.
Qi Gong besteht aus fließenden Bewegungen, begleitet von Atemübungen, Selbstmassagen, Einwirkung auf Akupunkturpunkte durch Ausstreichungen, Klopfen, Drücken und Meditation.

Qi Gong ist für alle, die es ausüben und seine Wirkungen erfahren haben, wie ein Virus. Wer es einmal angefangen hat, möchte es in seinem Alltag nicht mehr missen.

Sein Vorteil ist, dass es sich ohne jeglichen Aufwand in den Tagesablauf integrieren lässt. Man braucht nur etwas Zeit und sich selbst. Es ist für jedes Alter und jeden Gesundheitszustand geeignet.

 

Qi Gong besteht aus vielen Einzelübungen mit Bildern/Vorstellungen aus der Natur
- Harmonie (Ablauf des Jahres in einer Bewegungsabfolge)
- Atemblume
- und besonderen Übungsreihen, wie die „8 Brokate“ – das Ba Duan Yin – oder das „gesundheitsschützende Qi Gong“ – das „Daoyin Baojian Gong“- oder auch ein spezielles Frauen-Qi Gong – das „Nü Zi Qi Gong“.
- Bei den „8 heilenden Lauten“ werden die Organe mit Lauten und Bewegungen aktiviert.
Ausserdem gibt es noch ein „Stilles Qi Gong“ – das „Jinggong“ - , bei welchem die Energie nur durch Gedanken im Körper bewegt wird.

 

Wichtig sind Achtsamkeit, Langsamkeit (Entschleunigung) und Inneres lächeln, das heißt sich selbst zulächeln.

 

Der Ablauf einer Übungsstunde enthält folgende Elemente:

  
• Eintritt in die Ruhe: Gelassenheit, Ruhe, tiefe Entspannung des ganzen Körpers
• Vorbereitungen, um Körper und Gelenke zu öffnen, wie z.B. das Öffnen der Energietore, die Meridiandehnungen u.a.m. Mit Körperregulation und anschließender Geistregulation wird Durchlässigkeit erreicht und die Wirkung des Qigongs wirkt dann erst.
• Qi Gong-Übungen je nach Kursthema: Die Übungen werden Schritt für Schritt erlernt und sind auch im Alltag leicht umzusetzen. Das faszinierende Qi wird entdeckt. Ausser den Bewegungen werden die
Aktivierung der Meridiane, die Qiaufnahme durch die Energietore, die Atmung und die Vorstellungskraft, die das Qi führt, beachtet.
• Selbstmassagen mit Einbeziehung der Meridiane u. Akupunkturpunkte
• Abschluß, sehr wichtig, zum Bewahren des gesammelten Qis
• Abschlussmeditation zur Vertiefung der Wirkungen (geführte Meditationen, in denen nochmals Energie aufgenommen werden kann)

 

Das klingt jetzt sehr komplex, aber alles wird Schritt für Schritt gelernt.
Zuerst die Bewegungen, der Atem folgt meist von selbst (öffnen – einatmen, schließen – ausatmen), später mit bewußter Vertiefung, und die Vorstellungen/Bilder werden nebenher erzählt.
Die Übungen sind im Allgemeinen leicht zu erlernen.

 

Das Schöne:

 

Qi Gong unterliegt nicht dem sportlichen Leistungs- und Konkurrenzgedanken sondern dem Annehmen des eigenen Selbst, also seiner eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten im jetzigen Zustand.


Ein Leitsatz im Qi Gong lautet:

 

„Ich will mich annehmen, so wie ich im Moment bin,
damit ich Veränderungen und Wachstum zulassen kann.“

 

Die Wirkungen und Fortschritte kommen in dieser natürlichen Losgelassenheit von alleine. Zuviel Ehrgeiz und Leistungswillen, übereilte Ansprüche, Erwartungen würden Verkrampfungen und Blockaden genau dort verursachen, wo das Qi fließen soll.

 

Es geht nicht darum möglichst viele Bewegungsübungen zu beherrschen sondern lieber wenig gut. Man kann die Wirkungen des Qigong nicht erzwingen. Die Wirkungen kommen von ganz allein.

 

Sein Vorteil ist, dass es sich ohne jeglichen Aufwand in den Tagesablauf integrieren lässt. Man braucht nur etwas Zeit und sich selbst. Es ist für jedes Alter (Kinder bis Senioren) und jeden Gesundheitszustand geeignet.
Man kann es im Stehen, Sitzen und sogar Liegen machen. Sogar Rollstuhlfahrer profitieren davon.


Für alle, die gerne mehr Bewegung im Qi Gong hätten, gibt es das neu entwickelte Qi Walking in der Natur, das die Bewegungen der Arme mit bewusstem Gehen verbindet. Oben genannte Elemente einer „normalen“ Qi Gong-Stunde sind zusätzlich enthalten.