Bewegungstherapieformen



 

 

Das Qigong

 

Das Jahrtausende alte Qi Gong besteht aus fließenden Bewegungen, begleitet von Atemübungen, Selbstmassagen, Einwirkung auf Akupunkturpunkte durch Ausstreichungen, Klopfen und Drücken und Meditation.

Diese Bausteine bringen das Qi zum Fließen und vermehren es.

Qi Gong ist ein viel genutztes Werkzeug in der TCM zur Prävention und Therapie von Krankheiten. In chinesischen Krebskliniken wird es mit großem Erfolg eingesetzt.
In unserer westlichen Welt wird Qi Gong meist als immer beliebter werdende Sportart betrieben, obwohl sehr viel mehr dahinter steckt. Die Vorzüge des Qi Gongs sind mannigfaltig. Im Vergleich mit anderen Sportarten ist es eine schonende Übungsweise, die den Körper schonend und nicht im Hauruck-Verfahren aufbaut.

 

Die Wirkungen von Qi Gong kann man folgendermaßen beschreiben:

 

• Der ganze Mensch, die Gelenke werden wieder beweglicher und geschmeidiger und bleiben es bei regelmäßigem Üben auch. Deshalb ist Qi Gong auch für ältere Menschen in unserer bewegungsarmen Umwelt sehr gut geeignet. Im China wird in Parks und an vielen anderen Orten Qi Gong in allen Altersstufen geübt.
Unter den Übenden sind sehr viele ältere und sogar sehr alte Menschen mit einer ungeheuren Beweglichkeit, Körperkoordination und Ausdauer zu finden.
Durch die fließenden Bewegungen im Qi Gong werden Muskeln und Gelenke wieder gelöst. Einen Ausgleich zu den ungesunden Bewegungsmustern schaffen die Wechsel zwischen öffnenden und schließenden, ausdehnenden und zusammenziehenden, hebenden und senkenden Bewegungen.

• Das Qi wird aufgefüllt und in Fluss gebracht, Blockaden werden gelöst, wodurch sich verschiedene körperliche Beschwerden verbessern oder oft sogar ganz verschwinden. Energiedefizite werden ausgeglichen.
• Nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch auf geistig-seelischer Ebene wirkt Qi Gong durch Vorstellungen und Bildern aus der Natur und durch die Meditation.

• Die Konzentration auf die Übungen und auf sich selbst wird geschult. Der Mensch findet zu seiner Mitte und zur Ruhe. Die Konzentration im Alltag wird erhöht.

• Eine neue Körperwahrnehmung, ein neues Körperbewusstsein entsteht. Der Alltagsstress wird ausgeschaltet.

• Ausdauer wird auf körperlich-geistig-seelischer Ebene aufgebaut. Man kann wieder mit mehr Energie und Gelassenheit den Alltagsstress bewältigen. Dies kann man sehr schön mit dem Begriff des „längeren Atems im Leben“, mit Nervenkraft beschreiben. Geistige wie körperliche Verspannungen und Blockaden werden gelöst.

• Regelmäßige Übungen machen belastbarer und ausgeglichener. Im Arbeitsalltag überträgt sich dies auch auf die Mitmenschen. Und es bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, in einer Arbeitspause durch kurze Übungen oder Atemtechniken der Hektik zu entfliehen und einen Moment zur Ruhe zu kommen und Energie zu schöpfen.

• Schlagworte sind also: Innehalten – Abschalten - eigene Mitte finden – auftanken. Der Stress und die Gedanken, die auch nach Ende des Arbeitstages noch anhalten, werden im Qi Gong durch das bewusste Loslassen und die Zentrierung aller Gedanken auf einen Gedanken aufgehoben.

• Qi Gong bewirkt eine Entspannung des gesamten Menschen.

• Durch Anregung des Abwehr-Qi wird das Immunsystem gestärkt

• Qi Gong beinhaltet Haltungsschule und Muskelaufbau. Die Wirbelsäule wird aufgerichtet, das entspannte Stehen wird erlernt. Der Gleichgewichtssinn wird aktiviert. Nach Dehnung und Lockerung verspannter Gelenke und Muskeln festigen die langsam fließenden Bewegungen entgegen landläufiger Meinung die Gelenke und Muskeln. Das Gewebe strafft sich. Weshalb Qi Gong auch in der Sturzprophylaxe bei älteren Menschen gerne angewandt wird. Beide Gehirnhälften werden wieder zur Zusammenarbeit gebracht.

• Die Qi Gong Übungen werden von bestimmten Atemtechniken begleitet. Z.B. werden durch die vertiefte Zwerchfellatmung die inneren Organe massiert (Verbesserung der Durchblutung). Die Lunge füllt sich ganz, der Mensch richtet sich auf. Atemenergie wird aufgenommen. Vertiefte Ein- und Ausatmung fördert Ruhe, Entspannung und Gelassenheit und es kommt wie schon angeführt zum „längeren Atem im Leben“. Die bewusste Ein- und Ausatmung und der aufrechte Stand weiten den Brustkorb, verbessern dadurch die Atmung (verbesserter Austausch von O2 und CO2), die Aufnahme der Atemenergie und die Belüftung der kompletten Lunge.

• Der Stoffwechsel und die Durchblutung, der Blutkreislauf werd angeregt und gestärkt.

• Das Gewebe strafft sich.

• Die Selbstheilungskräfte werden gestärkt.

• Motivation und Leistungsfähigkeit verbessern sich. Harmonie und Zufriedenheit stellen sich ein.

• Der Alterungsprozess wird verlangsamt.


Diese Aufzählung könnte noch weiter ergänzt werden, aber ich finde, jeder sollte Qi Gong einfach einmal selbst für sich ausprobieren, entweder als Ergänzung zu den anderen meist auf Leistung getrimmten Sportarten oder als bewusste Einzelsportart für die „Weniger-Sportlichen“.